Rote Linie für den Klimaschutz

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Huaraz gegen RWE

Am 24.11. beginnt am Landgericht Essen ein Präzedenzfall in Sachen Klimaschutz: RWE soll als Verursacher des Klimawandels gefährdete Kommunen in den Anden unterstützen.

Rote Linie für den Klimaschutz

Fossil Free, Greenpeace und andere Gruppen ziehen vor dem Gericht eine rote Linie aus Stoff, um auf die schwerwiegenden Folgen des Klimawandels und auf die Notwendigkeit zu handeln hinzuweisen. Mit dieser Aktion unterstreichen die Gruppen die Dringlichkeit, das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten. Sie fordern die Stadt Essen auf, endlich Stellung zu beziehen, klimaschädliche Geldanlagen in Kohle-, Öl- und Gasunternehmen zu stoppen und die RWE-Aktien zu verkaufen. Dazu gehört auch, dass die großen Verursacher des Klimawandels wie u.a. RWE endlich Verantwortung für die Folgen ihrer Emissionen übernehmen.

Beschleunigte Gletscherschmelze

Beim "Fall Huaraz", der am Donnerstag zunächst mündlich verhandelt wird, geht es darum, dass RWE entsprechend seinem Anteil an der Verursachung des Klimawandels für Schutzmaßnahmen an einem Gletschersee oberhalb der Andenstadt Huaraz aufkommt. Auch der peruanische Bergführer und Kleinbauer Luciano Lliuya reist zur Verhandlung an. Einem Teil der Stadt und auch seiner Familie droht eine akute Flutgefahr wegen der durch den Klimawandel beschleunigten Gletscherschmelze. Experten wie Christian Huggel vom Geografischen Institut der Universität Zürich halten die Gefahr für eine Flutwelle für real: Eine Eislawine vom Gletscher ausgehend oder ein großer Rutsch der Moränenhänge könne im See eine große Welle auslösen und ihn auf diese Weise zum Überlaufen bringen. Zusätzlich würde der Moränendamm erodiert, so dass weiteres Wasser freigesetzt werden kann. Dann hat die Stadt Huaraz gerade einmal ein bis zwei Stunden bis sich im unteren Teil der Stadt das Hochwasser seinen Weg bahnt. (Quelle: spiegel online)

RWE lehnt die Forderung nach Unterstützung zum Bau eines Damms jedoch bislang ab.

Kommt am 24.11. vor das Landgericht Essen

Fossil Free und Greenpeace rufen Menschen in Essen und Umgebung auf, sich mit den Klägern solidarisch zu zeigen und am Donnerstag vor das Landgericht in Essen zu kommen. Denn die Folgen des Klimawandels gehen uns alle an. Manche Menschen werden davon härter getroffen, als andere. Leider meist diejenigen, die am wenigsten zur Entstehung des Klimawandels beigetragen haben. Vor diesem Hintergrund tragen besonders Menschen aus dem Ruhrgebiet eine besondere, historische Verantwortung.

RWE bezeichnet sich selbst als den größten C0²-Emittenten in Europa. Das Unternehmen ist laut Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, für rund ein halbes Prozent aller weltweit freigesetzten Treibhausgasemissionen verantwortlich; seit Beginn der Industrialisierung durch menschliches Handeln.

Für die Anwalts- und Gerichtskosten des Klägers in diesem Musterverfahren tritt die Stiftung Zukunftsfähigkeit ein.

Dates & Facts:

Landgericht Essen
Zweigertstr. 52
45130 Essen
Donnerstag, 24.11.2016 / Beginn 11.00h

Weiterführende Links

Fossil Free
Stiftung Zukunftsfähigkeit
Tagesschau "Warum ein Anden-Bauer RWE verklagt"

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