Klimawald Essen?

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Waldschutz ist Klimaschutz. Wir müssen die grüne Lunge des Planeten – der Amazonas – genauso unter Schutz stellen wie unsere deutschen Wälder, wenn wir guten Klimaschutz verfolgen. Um sicherzustellen dass unsere Wälder auch zukünftig Kohlenstoffsenken bleiben, braucht es wirkungsvollen Waldschutz. Daher hat sich Greenpeace Essen am 19.09.2019 gemeinsam mit Transition Town Essen, dem VCD Essen und Parents4Future Essen in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister, den Forstbetrieb und die Ratsmitglieder des Umweltausschusses gewendet. In dem Brief wurde der neue Forstbetriebsplan für die Essener Wälder thematisiert. In diesem Zusammenhang wurde eine Umwandlung des Stadtwaldes zum Erholungs- oder Klimawald nach bayrischem Vorbild gefordert.

Wälder sind wichtige Kohlenstoffsenken

Welche Bedeutung unsere Wälder in Hinblick auf den Klimawandel haben, zeigt die aktuelle Kohlenstoffinventur des Thünen-Instituts. Demnach entlastet der deutsche Wald die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht ca. 7 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands. Unsere Wälder speichern heute ca. 1.200 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Der deutsche Wald ist eine wichtige Kohlenstoffsenke, die zunehmend durch Klimafolgen wie Dürren und Stürme bedroht ist.

Neue Waldbewirtschaftsformen im Rahmen des Klimaschutzes

Deshalb braucht es neue Konzepte der Waldbewirtschaftung, um diese Gefahren vorzubeugen und eine erfolgreiche Klimaanpassung zu verfolgen.

Ein mögliches Konzept ist die Naturnahe Waldnutzung wie es bereits 1994 für die Lübecker Forsten eingeführt wurde. Ein anderes Beispiel ist der Klimawald der bayrischen Klimaschutzoffensive von diesem Jahr. Der Klimawald ist sowohl der wichtigste Klimaspeicher Bayerns als auch der Lieferant des klimaneutralen Rohstoffs Holz und muss daher geschützt werden. Er muss erhalten werden und in eine nachhaltige Bewirtschaftung überführt werden. Hierzu sollen in der Zeit von 2020 bis 2024 30 Millionen Bäume im Staatswald neu gepflanzt werden. Außerdem soll die Forschung für klimatolerante Bäume ausgeweitet werden.

Ein Erholungswald ist eine Sonderform, die im Bundeswaldgesetz und in den Landeswaldgesetzen definiert ist. Er zeichnet sich durch ein dichtes Wegenetz aus Wander-, Radfahr- und Reitwegen aus. Er dient der Naherholung und weist häufig verschiedene Freizeitinfrastruktur wie Kinderspielplätze und Waldlehrpfade auf. Erholungswälder sind eine geschlossene und gemischte Waldlandschaft mit meist altem Baumbestand. Diese Struktur qualifiziert sie als Standorte für Klimafolgenforschung. Infrastrukturen wie Waldlehrpfade können zudem das Thema Klimaschutz und Waldschutz visualisieren.

Weiterführende Links

Lübecker Stadtwald
Bayerische Klimaschutzoffensive

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