Glück in Tüten?

Media

In der Modebranche wird immer noch zu schnell und zu giftig produziert. Ökologisch produzierte Ware kann das Problem nicht lösen, jedoch auf Schadstoffe innerhalb der Produktion Einfluss nehmen.

Drei Öko-Textil-Siegel schneiden gut ab im aktuellen Greenpeace-Check

Der im April veröffentlichte Greenpeace-Check nahm erneut Öko-Textil-Siegel unter die Lupe - vor allem in Punkto giftfreier Produktion und zum Thema Recycling. Mit bis zu drei Sternen wurde bewertet. Damit hat der Konsument eine einfache Handhabe für seinen Einkauf. Gleich drei Siegel erhielten drei Sterne und damit die Höchstwertung: der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN Best), der Global Organic Textile Standard (GOTS) und Made In Green von Oeko-Tex. Sie erfüllen hohe Standards, nicht zuletzt, indem sie Arbeitnehmerrechte schützen. Das bislang strengste Siegel ist IVN Best, besonders in Bezug auf den Einsatz von Chemikalien. Die von Greenpeace kritisierten per-und polyfluorisierten Schadstoffe stecken in dieser zertifizierten Kleidung gar nicht erst mit drin. Diese Mode kann zudem vollständig kreislauffähig bleiben, da nur Naturfasern zertifiziert werden und diese vollständig biologisch abbaubar sind. Zu Abzügen in der B-Note führte bei Made In Green und GOTS das Zertifizieren von Mischfasern, was die Recyclingfähigkeit der Produkte beeinträchtigt. Schlechte Noten gab es für firmeneigene Öko-Siegel wie dem von H&M, Zara oder C&A. Sie betreffen nur einzelne Kollektionen, die Mehrheit der Mode-Palette wird weiterhin konventionell produziert.

Eigenverantwortung auch beim Verbraucher

Auch das umweltfreundlichste Label sollte nicht dazu verleiten, dass Glück allein in Tüten steckt. Das nachhaltigste Kleidungsstück ist das, was gar nicht erst gekauft wird. Greenpeace setzt mit einem Kleidertausch daher auf Second Hand statt auf Fast-Fashion. Ein Appell an die Verbraucher, Mode weiterzugeben und bewusster zu konsumieren. Beim Kleidertausch geht es um gut erhaltene und saubere Mode. Neben Kleidern und Hosen können das Jacken, Kindersachen, Schuhe oder Accessoires sein. Aus Hygienegründen sind Unterwäsche und Socken jedoch ausgeschlossen. Die Anzahl an mitgebrachten Kleidungsstücken darf getauscht werden.

Mit der Detox-Kampagne kämpft Greenpeace seit Jahren für eine saubere Modebranche. 80 Hersteller haben sich bislang verpflichtet, bis 2020 ihre Produktionsketten zu entgiften.

Dates & Facts:
Greenpeace Kleidertausch in Kooperation mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Essen Mitte e.V. (SKF). Der SKF verpflegt während der Veranstaltung entgeltlich mit Speisen und Getränken.

+++ EINTRITT FREI! +++
Gemeindesaal St. Gertrud Kirche
Viehofer Str.
Essen-Zentrum
Sonntag, 15.07.18, 15.00-17.00 Uhr

Weiterführende Links

Sozialdienst katholischer Frauen Essen Mitte e.V.
Greenpeace Detox
Textil-Siegel-Check

Tags