Für Kosmetik ohne Mikroplastik

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Essen, 24.11.16 - Seit vergangenen Samstag steht fest: Das Interesse am Thema Mikroplastik in Pfegeprodukten ist groß und bewegt die Essener. Das geht durch alle Altersgruppen gleichermaßen, Frauen wie Männer. Plastik in Kosmetik und final in Flüssen und Meeren empört viele Menschen. Deshalb sind viele Passanten ganz gezielt auf uns zugekommen und haben gleich die Aktionspostkarte unterschrieben. Das große Fotoplakat führte zu vielen Aha-Effekten. Aussagen wie „Oh, das Produkt verwende ich selbst – da ist Plastik drin?" haben wir sehr häufig gehört. Eine Passantin brachte ihr gerade erworbenes Produkt sogar in die umliegende Drogerie zurück, nachdem sie es auf dem Fotoplakat wieder entdeckt hatte. Etwa 150 Leute sind am Samstag an unserem Info-Stand auf der Rü gekommen. Insgesamt konnten wir 70 Unterschriften sammeln.

Deutschlandweit sind 76 Gruppen auf die Straße gegangen, um über Mikroplastik in Kosmetik zu informieren. Zu dem Thema sind auf Bundesebene etwa 8000 Unterschriften zusammen gekommen.

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Essen, 19.11.16 - Über die Abwässer gelangt Plastik aus Pflegeprodukten in die Umwelt und gefährdet so unsere Meere. Vor diesem Hintergrund informieren wir am 19.11.16 die Verbraucher über Produkte mit festen und flüssigen Kunststoffen und Silikonen. Zu sehen: Typische Produkte, die Kunststoffe enthalten, sowie Reagenzgläser mit Plastikpartikeln, die wir aus Kosmetik- und Körperpflegeartikeln gefiltert haben. Über den Gebrauch von Make-Up, Peeling oder Duschgel gelangt jeden Tag eine Fülle von Mikroplastik in unsere Flüsse und Meere. Kleinste Meereslebewesen können es mit Nahrung verwechseln oder unbewusst aufnehmen; es ist folglich längst in der Nahrungskette angekommen. Die konventionelle Kosmetikindustrie möchte Mikroplastik bislang nicht aus der Herstellung ihrer Produkte verbannen. Greenpeace fordert deshalb, feste und flüssige Kunststoffe in Produkten zu verbieten, die täglich ins Abwasser gelangen. Eine Greenpeace-Petition zum Unterzeichnen legen wir am Infostand aus.

Plastikmüll im Meer stellt ein wachsendes Umweltproblem dar. Ein Greenpeace-Report vom Oktober 2016 zum Stand der Mikroplastikforschung listet Funde und Folgen der Plastikbelastung von Fisch und Meeresfrüchten auf. Bereits in gängigen Speisefischarten wie Thunfisch, Kabeljau und Makrele, aber auch in Garnelen und Muscheln haben Wissenschaftler Mikroplastik nachgewiesen. Außerdem zeigen Studien, dass Mikroplastik inklusive der enthaltenen Schadstoffe in die Nahrungskette eingeht oder sich dort sogar anreichert. Auf diese Weise landen die Plastikpartikel oder flüssigen Kunststoffe unter Umständen auch auf unserem Teller. Zahlreiche, der in Kosmetika eingesetzten, Kunststoffe gelten als schwer oder nicht biologisch abbaubar, andere als giftig für wasserlebende Organismen. Für die meisten gibt es jedoch überhaupt keine oder nur sehr lückenhafte Kenntnisse über ihre Umweltverträglichkeit. Das widerspricht aus Greenpeace-Sicht dem Vorsorgeprinzip. Erste Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien gehen das Mikroplastik-Problem bereits per Gesetz an. Deutschland muss jetzt mit einer umfassenden gesetzlichen Regelung nachziehen.

Mikroplastik kann ersetzt werden

Die Naturkosmetik zeigt, dass Produkte auch ohne feste oder flüssige Kunststoffe auskommen können. Die Produzenten konventioneller Kosmetik versuchen stattdessen mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung ein Verbot zu verhindern. Bis zum Jahr 2020 wolle man aus der Verwendung von Mikroplastikpartikeln aussteigen. Greenpeace hat die großen Hersteller dazu im Juli befragt und bewertet. Das Ergebnis: Mit der Fokussierung auf die Plastikpartikel macht es sich die Industrie viel zu leicht und ignoriert das Problem flüssiger oder wachsartiger Kunststoffe. Und da es keine offizielle Definition gibt, sucht sich jeder Hersteller nicht nur selbst aus, was genau er unter dem Begriff Mikroplastik versteht, sondern auch, auf welche Produkte sich sein freiwilliger Verzicht bezieht. Aus Greenpeace-Sicht handelt sich dabei um Greenwashing.

Dates & Facts:

Rüttenscheider Str. 104
Essen-Rüttenscheid
Samstag, 19.11.2016 / 10.00h-14.00h

Weiterführende Links

Plastikmüll
Wellemachen
Report "Plastik in Fisch und Meeresfrüchten"
Greenpeace-Abfrage der Kosmetikhersteller

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