Grüne Hauptstadt? Nur ohne RWE!

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Essen, 21.01.2017 - Bei der Eröffnungsfeier „Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017” riefen Aktive der Fossil Free Bewegung und Greenpeace die Stadt Essen auf, ihren grünen Ambitionen gerecht zu werden und sich von ihren klimaschädliche Investitionen zu trennen. Die Botschaft der Banner lautete: „Grüne Hauptstadt? Aber nur ohne RWE-Aktien!” Auch innerhalb des Publikums hissten Klimaschützer Banner.

 

Die Initiativen Fossil Free und Greenpeace machen mit der Aktion darauf aufmerksam, dass Essens klimaschädliche RWE-Aktien dem Motto der Grünen Hauptstadt widersprechen. „Die Stadt Essen muss ihr grünes Gewissen reinwaschen und die 18,7 Millionen RWE-Aktien endlich verkaufen. Investitionen in Klimakiller sind ein krasser Widerspruch zu dem grünen Image, welches sich die Stadt Essen geben will”, so Rolf Schwermer von Fossil Free Essen. RWE steht vor allem durch den hohen Anteil der klimaschädlichen Braunkohle bei der Stromerzeugung in der Kritik. Das Unternehmen plant, noch bis 2049 Braunkohle im Rheinischen Revier abzubauen und zu vertstromen.

 

„Die 224 Millionen Euro vom Erlös des Aktienverkaufes könnten in lokale Energieeffizienz- und Energiesparmaßnahmen gesteckt werden. Dies würde zu weiteren Kosteneinsparungen und Konsolidierung des städtischen Haushalts führen. Weiter an RWE festhalten, bedeutet ein Verlust für das Klima und den Haushalt”, ergänzt Klimaschützer Andreas Brinck.

 

Bochum, Bottrop, Kreis Viersen, Remscheid und der Kreis Osnabrück trennten sich bereits von ihren RWE-Aktien. Auch der Kreis Siegen-Wittgenstein will seine vier Millionen RWE-Aktien verkaufen.Städte wie Stuttgart, Münster und Berlin schließen Investitionen in fossile Brennstoffe als Hauptverursacher des Klimawandels konsequent aus. Mittlerweile haben 700 Institutionen weltweit Investitionen in Kohle, Öl und Gas ganz oder teilweise aus ihrem Portfolio verbannt, darunter die Rockefeller Stiftung, die schwedische Kirche und der norwegische Pensionsfonds. Ziel der Divestment-Bewegung ist, der Kohle-, Öl- und Gasindustrie ihre soziale Akzeptanz zu entziehen und damit ihren politischen Einfluss zu schwächen.

 

Herausforderungen der Zukunft angehen

"Die Stadt Essen führt im Rahmen der Grünen Hauptstadt zahlreiche, sehr lobenswerte Projekte durch und unterstützt auch viele Ideen aus der Zivilgesellschaft. Die RWE-Aktien werfen einen traurigen Schatten auf dieses ehrliche Engagement", so Patrick Reinke von Greenpeace Essen. "Ich würde mir wünschen, dass die Essener Politik sich endlich klar für das 1,5°C Ziel und die Idee des ökologischen Wandels ausspricht und die Herausforderungen der Zukunft angeht."

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Fossil Free Deutschland

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