Für saubere Luft in Städten

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Essen, 7.3.2017 – Die Essener Umweltschützer können vor Ort mit zahlreichen Betroffenen über die "Gesundheitsgefahren durch Dieselabgase" sprechen. Das Thema ist in den Köpfen präsent: Einige leisten aktiv Widerstand, andere müssen aufgrund gesundheitlicher Probleme bereits wegziehen. Die Passanten können Vorschläge für eine alternative Verkehrspolitik machen – ein Aufsteller steht bereit und kann beklebt werden. Die Mehrheit der Passanten wünscht sich mehr "Priorität für Fußgänger & Radfahrer", dicht gefolgt von mehr "Raum für Menschen statt für Autos". Der Wunsch nach "beruhigtem Verkehr – Tempo runter" und "Kostenlosem Nahverkehr" belegen Platz 3. Schlusslicht bilden die "Autofreien Zonen".

Während der Veranstaltung im Fokus der Betrachtung CDU-Bundestagsabgeordneter Matthias Hauer. Er beginnt, die Greenpeace-Posts zeitgleich auf Twitter zu kommentieren. Schnell wird klar – er nimmt die Sorge der Anwohner nicht ernst genug. Seinerseits kommt wenig konstruktive Kritik für die Aktion der Umweltschützer.  
Dazu ein Nachbericht.

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Essen, 4.3.2017 – Greenpeace-Aktivisten demonstrieren gegen die andauernde Gesundheitsgefahr durch Dieselabgase, in Essen an der vielbefahrenen Gladbecker Straße. Bundesweit sind Ehrenamtsgruppen aus 57 Städten dabei, neben Essen auch Köln und Stuttgart. „Städte wollen atmen“ ist das Motto, unter dem die Umweltschützer über die gesundheitlichen Folgen der Dieselabgase informieren. Vor Ort sprechen sie gezielt mit Passanten über Vorschläge für eine Verkehrswende in ihrer Stadt. Dieselabgase gefährden die Gesundheit von Hunderttausenden von Menschen, die in der Stadt wohnen. Greenpeace fordert: Die Städte müssen jetzt weg von Diesel- und Verbrennungsmotoren, hin zu ökologischeren Verkehrsmitteln wie E-Bussen, Fahrrädern und geteilten EAutos.

Zu hohe Stickoxidwerte und ihre Risiken

Mehr als die Hälfte der offiziellen Verkehrsmessstationen zeigten auch im vergangenen Jahr zu hohe Stickoxidwerte. Auch Essen liegt deutlich über dem Grenzwert. Zwei Drittel der Stickoxide aus dem Verkehr stammen von Diesel-Pkw. Das Atemgift erhöht das Risiko für Asthma, Herzinfarkte sowie andere Herz-Kreislauferkrankungen. Laut Europäischer Umweltagentur verursacht es jährlich gut 10.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland. Viele deutsche Städte verfehlen seit Jahren den geltenden Grenzwert für Stickoxid. Angesichts dessen hat die Europäische Union inzwischen ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Auch Anwohner klagen in mehreren Städten.

Blaue Plakette wirksamstes Instrument für bessere Luft

Der wachsende Druck auf die Städte hat inzwischen einen politischen Streit entfacht: Die Landesregierung Baden-Württembergs, der Berliner Senat sowie die Umweltminister der Länder fordern, bundesweit eine blaue Plakette einzuführen. Mit dieser könnten Städte ältere Diesel-Pkw bei besonders hoher Luftbelastung fern halten. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie mehrere Ministerpräsidenten lehnen sie ab. Noch vor dem Sommer soll der Bundesrat über die Plakette abstimmen. Mit der blauen Plakette lässt sich die Luft in Städten rasch verbessern. Nach einem Gutachten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für die Stadt Stuttgart verringert die blaue Plakette als Erweiterung der Umweltzone Stickoxide am wirksamsten – um 95 Prozent. Zum Vergleich: Der Vorschlag von Verkehrsminister Dobrindt, Busse, Taxen und Paketdienste auf Elektroantrieb umzustellen, würde die Stickoxidbelastung hingegen um lediglich 14 Prozent senken. Wenn Ministerpräsidenten und der Verkehrsminister die Einführung der blauen Plakette blockieren, lassen sie die Städte mit ihren Luftproblemen alleine.

Europäische Vorreiter-Städte

Immer mehr europäische Städte gehen gegen die Gesundheitsgefahr durch Stickoxide aus Dieselmotoren vor. Oslo hatte im Januar wegen schlechter Luft ein mehrtägiges Fahrverbot für Dieselautos verhängt. Madrid, Paris und Athen verbieten Dieselwagen in der Innenstadt ab dem Jahr 2025 ganz.

Weiterführende Links

Greenpeace 'Im Kern gesund'
Greenpeace 'Diesel: Das Problem'
Wirkungsgutachten Luftreinhalteplan Stuttgart

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